Ein Großteil Ihrer Kunden besucht Sie vielleicht auf dem Smartphone – das heißt aber nicht automatisch, dass Sie eine App brauchen. Eine App aus den Stores ist eine erhebliche Investition und erfordert laufende Pflege. Die richtige Entscheidung hängt davon ab, wie oft und wozu Ihre Nutzer mit Ihnen interagieren.
Wann genügt eine mobilfreundliche Website?
- Nutzer besuchen Sie wenige Male im Monat oder seltener
- Hauptziel ist, zu informieren und Angebots- oder Terminanfragen zu sammeln
- Neue Kunden kommen vor allem über Suchmaschinen und Anzeigen
- Budget und Team reichen nicht für zwei getrennte Produkte
In den meisten dieser Fälle erreicht eine gut gestaltete, schnelle Mobile-first-Website mehr Menschen als eine App. Niemand muss etwas herunterladen, Ihre Inhalte sind in Suchmaschinen sichtbar, und Sie halten nur ein Produkt aktuell.
Wann bringt eine App echten Mehrwert?
- Nutzer interagieren häufig, sogar täglich mit Ihnen (Bestellungen, Buchungen, Kontoübersicht, Kundenbindungsprogramme)
- Push-Benachrichtigungen sind ein wichtiger Teil Ihres Geschäftsmodells
- Sie brauchen tiefen Zugriff auf Gerätefunktionen wie Kamera, Standort, Bluetooth oder Gesundheitsdaten
- Außendienstteams benötigen ein Werkzeug, das offline funktioniert
- Sichtbarkeit in den App-Stores ist für Ihre Marke wichtig
Der dritte Weg: die PWA (Progressive Web App)
Eine PWA ist eine mit Webtechnologien entwickelte Anwendung, die sich auf dem Startbildschirm ablegen lässt, teilweise offline funktioniert und Benachrichtigungen senden kann. Mit einer einzigen Codebasis bietet sie Website und app-ähnliches Erlebnis zugleich.
- Sie hängt nicht von Store-Freigaben ab; Updates sind sofort live.
- Sie bleibt in Suchmaschinen sichtbar.
- Entwicklungs- und Wartungskosten liegen meist unter denen zweier separater Store-Apps.
- Dafür ist der Zugriff auf manche Gerätefunktionen eingeschränkt, und Funktionen wie Benachrichtigungen sind unter iOS weniger flexibel als unter Android.
Nativ oder plattformübergreifend?
Steht die Entscheidung für eine Store-App, folgt die Frage nach der Technologie. Native Entwicklung mit Swift (iOS) und Kotlin (Android) bietet die beste Performance und den schnellsten Zugriff auf Plattformfunktionen, bedeutet aber zwei getrennte Codebasen. Plattformübergreifende Technologien wie React Native und Flutter ermöglichen beide Plattformen mit einer Codebasis.
- Für die meisten Business-, E-Commerce-, Buchungs- und Kundenbindungs-Apps ist plattformübergreifend ausreichend und wirtschaftlich.
- Native Entwicklung spielt ihre Stärken bei Produkten mit aufwendiger Grafik, anspruchsvoller Kameraverarbeitung oder tiefen plattformspezifischen Integrationen aus.
Die versteckten Kosten einer App
Mit der Veröffentlichung ist die Arbeit nicht getan. Apple und Google veröffentlichen jedes Jahr neue Betriebssystemversionen, und die Store-Regeln ändern sich. Die App kompatibel zu halten, Abstürze zu verfolgen, Releases zu steuern und die serverseitige API zu pflegen, erfordert ein regelmäßiges Budget. Hinzu kommt der Marketingaufwand, um Nutzer zum Download zu bewegen.
Fazit
Definieren Sie zuerst den Bedarf Ihrer Nutzer: Wie oft, wo und wozu interagieren sie mit Ihnen? Die Antwort zeigt meist schon die richtige Technologie. Im Erstgespräch bewerten wir Ihr Szenario gemeinsam und geben eine begründete Empfehlung zwischen Website, PWA und Store-App.